Sommer-Tipps - Lëtzebuerger Deckelsmouken

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Sommer-Tipps

Tipps & Tricks
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Sommer - Sonne - Hitze - Tod

© Marion Minch · Donnerstag, 1. Juni 2017

Wenn die Temperaturen jenseits des - für den Menschen - erträglichen sind, dann ist es oftmals schon lange für unsere kleinen Reptilienfreunde zu spät.
Während wir es uns im Schatten mit einem kühlen Bierchen oder Eis bequem machen, sind  sie oftmals der Sonne gnadenlos ausgesetzt. Es macht sich oftmals noch nicht einmal jemand Gedanken dazu: Der Hitzetod kommt leise und schleichend!
Schön, dass die Tiere wenigstens im Freiland sein , die Sonne, frische Luft und natürlichen Untergrund genießen dürfen. So darf man trotzdem nicht vergessen, dass sie oftmals der Sonne ohne Schutz ausgeliefert sind und keine Möglichkeit des Fliehens besteht!
Reptilien können die Temperatur nicht über das Schwitzen regulieren - sie müssen einen Schattenplatz, nein besser gesagt einen KÜHLEN Schattenplatz finden können, sonst sind sie der Hitze ausgeliefert und verenden womöglich elendig - nur weil sich der Halter keine Gedanken zur Thermoregulation gemacht hat ...

Allzu oft wird vergessen, dass die Sonne über den Tag hinweg wandert. Der Bereich, der morgens noch im Schatten war, liegt in der prallen Mittagshitze womöglich in der vollen Sonne. Der Schattenbereich muss demenstprechend großzügig gestaltet sein, dass sichergestellt bleibt, dass dort zu jeder Zeit des Tages ein kühler Platz vorhanden ist!

Welche Vorkehrungen müssen also getroffen werden?
  • Bademöglichkeiten sind nun Pflicht, denn hier können sich die Tiere die notwendige Kühlung verschaffen, sofern - ja sofern - diese Bademöglichkeit ganztägig im SCHATTEN steht”!
  • Das Einstreu also der Bodengrund trocknet nun extrem schnell aus und muss - je nach gehaltener Art - entsprechend gegossen und gewässert werden. Trockener Bodengrund staubt, was wiederum gerade bei Hitze die Atmung erschweren kann.
  • Bereiche des Freigeheges können auch mit nassen Tüchern abgedeckt werden. Dies ist besonders bei der Haltung von z.B. Bartagamen, die von oben eh immer gesichert sein müssen, kein Problem, wenn man nasse Tücher über Teile des “Käfigs” legt.
  • Reste von frischem Futter müssen nun sehr schnell entsorgt werden. Manches fängt an zu gären und fleischliches z.B. ist ein Tummelplatz für Fliegen, die darin ihre Eier ablegen!
  • Das Wasser muss täglich mindestens ein Mal weggeschüttet, das Gefäß gereinigt und frisches kühles Wasser nachgefüllt werden. Tipp: Man verwende zwei oder drei Wassergefäße, wovon abwechselnd immer eines außerhalb des Geheges in der prallen Sonne zur Desinfektion liegt. Die Sonne desinfiziert dieses Gefäß innerhalb eines Tages ohne weitere Chemie.
  • Der Halter muss auf Verletzungen jeglicher Art mit Argusaugen sehen, wie schnell werden auch diese von Fliegen heimgesucht, die in offene Wunden gerne ihre Eier ablegen!
  • Im Schattenbereich ist es auch ratsam, dort Platten, große Steinplatten oder ähnliches zu platzieren, auf das sich die Tiere legen können um dort abzukühlen.
  • Keine gute Idee ist es, wenn man denkt, man könne eine Abkühlung schaffen, wenn man einen Ventilator im oder vor dem Freigehege platziert (siehe hierzu die Notiz über Zugluft!)

Ist es dennoch passiert, dann muss schnell gehandelt werden! Einige Anzeichen einer Überhitzung zeigen sich unter anderem wie folgt (die Aufzählung ist NICHT vollständig!):
  • Teilnahmslosigkeit
  • Flache Atmung
  • Schaum vor dem Maul
  • Taumeln
  • Bewusstlosigkeit
  • Krämpfe und/oder Zuckungen

Bei einer Überhitzung muss das Tier SOFORT in den Schatten und mit kaltem Wasser besprüht werden. Ein sofortiger Gang in einer kühlen Box zum Tierarzt ist absolute Pflicht, denn dieser kann dann weitere Maßnahmen einleiten!
In diesem Sinne wünsche ich allen einen tollen Sommer mit Sonne und Beschattung und ohne vermeidbare Zwischenfälle.

© HBBL 2011 - 2018
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