Gesundheit / Erkrankung - Lëtzebuerger Deckelsmouken

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Gesundheit / Erkrankung

Kranken-Station

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Nachgefragt beim Tierarzt

Bitte beachten Sie: Die Serie “Nachgefragt beim Tierarzt” ersetzt nicht die tierärztliche Beratung, vor allem nicht bei einer Erkrankung der Tiere. Sie soll nur allgemeine Informationen zu Schildkrötenerkrankungen liefern, damit Halter diese frühzeitig erkennen können und wissen, wie sie sinnvollerweise reagieren können. Die Fragebögen werden von unterschiedlichen Tierärzten ausgefüllt und spiegeln ggf. unterschiedliche Erfahrungen und Behandlungsansätze wider.

Bisher behandelte Themen :

23.
Lithophagie (Steine fressen)
22. Überwinterung von Schildkröten
21. Vitaminmangel (Hypovitaminose) und Übervitaminisierung (Hypervitaminose)
20.
Häutungen, Häutungsstörungen und Weissfleckenkrankheit
19.
Kälte und Erfrierungen
18.
Abszesse
17. Entwurmung
16.
Darmverschluss
15. Nachtrag zum Thema Panzernekrose
14.
Panzernekrose
13.
Knochenbrüche
12.
Bindehautentzündung
11.
Mycoplasmeninfektion und RNS (Running Nose Syndrom)
10.
Herpes
09.
Lungenentzündung
08.
Gicht
07.
Hitzschlag
06.
Rachitis
05.
Hundebisse
04.
Legenot
03.
Posthibernale Anorexie
02.
Sepsis
01.
Salmonellen

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(Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe HKP 4 / 2013.)
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Antibiotika
Gentamicin bei einer Antibiotika-Behandlung nicht für Schildkröten einsetzen. Es wird von den Tieren am schlechtesten vertragen und hat schon zu viele das Leben gekostet, weil es sehr toxisch wirkt.
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Entwurmen

Schildkröten, die entwurmt werden müssen, dürfen
niemals mit dem Wurmmittel IVOMEC behandelt werden. Dies ist absolut tödlich für Schildkröten (enthält den Wirkstoff Ivermectin).

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Ödeme oder zu fett ?
Der "Dellen-Test" kann bei der Diagnose helfen.
Auf einen der hervoquellenden "Ballons" an den Beinöffnungen drücken.
Bleibt eine Delle drin, ist es ein Ödem. -> Ab zum Tierarzt.
Bleibt keine Delle drin, ist die Schildkröte zu fett.
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Sepsis - ja oder nein ?
Eine Sepsis liegt wohl vor, wenn sich die Rötungen nicht wegdrücken lassen. Kann man die Rötungen wegdrücken und sie kommen erst wieder wenn der Druck nachlässt, handelt es sich um Wachstumssymptome.
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Ranavirus-Infektionen wildlebender Landschildkröten in den USA


(12.11.2008) Iridoviren der Gattung Ranavirus sind bekannt dafür, Massensterben bei Fischen und Amphibien hervorzurufen. Berichte über Reptilieninfektionen mit Ranaviren sind dagegen selten. Forscher der Universität von Florida fanden nun im Rahmen einer kürzlich im Journal of Wildlife Diseases veröffentlichten Studie mehrere freilebende Ranavirus infizierte Dosen- (Terrapene carolina carolina und T. c. bauri) und Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus). Auch bei einer in menschlicher Obhut gehaltenen Strahlenschildkröte (Geochelone platynota) wurde ein entsprechender Virusbefall festgestellt.
Die nachträgliche Untersuchung von Tiermaterial aus dem Dosenschildkröten- Massensterben in Georgia 1991 und Texas 1998 ergab ebenfalls Hinweise auf Ranaviren als mögliche Auslöser der Todesfälle.
Die befallenen Schildkröten zeigten Nekrosen der inneren Organe, und die Sequenzierung von Teilen der Virus-DNA ergab, dass der auslösende Virus mit den Froschsterben auslösenden Varianten identisch oder sehr nahe verwandt war. Zudem konnten die Forscher Ranavirusbefall auch bei Amphibien nachweisen, die sympatrisch im gleichen Habitat wie die befallenen Schildkröten lebten. Leichte Unterschiede zeigten sich bei Restriktionsanalyse der verschiedenen Virus-Isolate, so dass festzuhalten bleibt, dass Schildkröten von amphibienpathogenen Ranaviren befallen werden können und dass dieser Befall auf mehrere verschiedene Virusstämme zurückzuführen sein kann.
Die Forscher postulieren, dass Amphibien als Virusreservoir für wiederkehrende Infektionen von Schildkröten dienen können und dass Ranavirus-Infektionen unter Reptilien weit verbreiteter sein könnten, als bisher angenommen.

(Quelle: AJ Johnson, AP Pessier, JF Wellehan, A Childress, TM Norton, NL Stedman, DC Bloom, W Belzer, VR Titus, R Wagner, JW Brooks, J Spratt, and ER Jacobson J. Wildl. Dis., October 1, 2008; 44(4): 851-63.)

http://www.dghtserver.de/foren/showpost.php?p=588427&postcount=4
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Neues Schildkrötenvirus führt zu Todesfällen bei Landschildkröten

(01.11.2007) In den letzten Monaten sind vermehrt Todesfälle bei Landschildkröten (Testudo hermanni) aufgetreten, die auf ein neu aufgetretenes Schildkrötenvirus zurückzuführen sind. Die Symptome ähneln einer Herpesvirusinfektion, das Virus ist allerdings ein Ranavirus aus der Familie der Iridoviren. Die Tiere zeigen schwerste Maulentzündungen, Entzündungen der Augenlider, Durchfälle und sterben schnell daran.

Betroffen waren bis jetzt Testudo hermanni; aus der wenigen vohandenen Literatur zu diesem Virus ist jedoch bekannt, daß auch andere Land- und Sumpfschildkrötenarten daran erkranken könnten. Die Infektion erfolgte in allen Fällen über Zukaufstiere. Bei den mittlerweile häufig durchgeführten routinemäßigen Zukaufsuntersuchungen auf Herpesvirus oder Antikörper wird das Virus nicht erkannt, da es sich um ein völlig anderes Virus handelt! Deshalb sollte jedes Zukaufstier immer mehrere Monate, am besten über den Winterschlaf hinweg, von den anderen Tieren des Bestandes getrennt gehalten werden. Todesfälle unter Zukaufstieren sollten immer seziert und virologisch untersucht werden. Bei möglicherweise erkrankten lebenden Schildkröten können Rachentupfer auf das Virus untersucht werden. Ein Test auf Antikörper ist in Vorbereitung und wird in ca. 2 Wochen zur Verfügung stehen.

(Text: Dr. Silvia Blahak, Detmold)
Quelle :
http://www.dghtserver.de/foren/showpost.php?p=492812&postcount=1
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Gesundheit und Krankheit beim Schutz der Carolina Dosenschildkröte Terrapene carolina carolina

Matt Allender, Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, Knoxville, TN 37996. mattallender@utk.edu

(November 9 - 10, 2007) Wildtierzentren bzw. tierärztliche Hochschulen, die häufig Dosen-Schildkröten erhalten, bieten sich als Orte für Probenentnahme und Gesundheitsüberwachung an. Routinemäßige Überwachung auf allgemeine Gesundheit unter Verwendung von Blutproben bzw. Proben von Kadavern sind der Schlüssel zur Erkennung von Krankheiten oder Giften, die in einer Population vorkommen oder dort neu auftauchen. Zahlreiche infektiöse und nicht-infektiöse Wirkstoffe sind mit der Mortalität wildlebender Schildkröten in Verbindung gebracht worden. Ein Erreger, von dem immer häufiger berichtet wird, daß er auch Schildkröten betrifft, ist der Ranavirus aus der Iridovirus Familie. Weltweit tauchen Ranavirus-Infektionen bei wilden Schildkrötenpopulationen und auch bei Tieren in Gefangenschaftshaltung auf. Schildkrötenarten, bei denen Ranavirus Infektionen nachgewiesen wurden, sind u. a. Griechische Landschildkröte (Testudo hermanii), Russische Landschildkröte (Testudo horsfieldi), Carolina Dosenschildkröte (Terrapene carolina), Chinesische Weichschildkröte (Trionyx sinensis) und Gopherschildkröte (Gopherus polyphemus). Klinische Erscheinungsformen von iridoviralen Infektionen sind bei Reptilien nicht immer vorhanden, aber sie können Lethargie, Atemnot, Augen-, Nasen und Mundausfluß beinhalten, bis hin zum Tod. Mundschleimhautläsionen sind in der Regel leicht vermehrt, weiße Beläge, die bei einer Untersuchung leicht zu bemerken sind. Andere Symptome können subkutane Ödeme, Hepatitis, nekrotisierende Milzentzündung, Bindehaut- und Lungenentzündung. sein. Die Dauer der Krankheit ist kurz, und viele wildlebende Tiere sterben wahrscheinlich bevor sie in die Wildtierzentren oder Kliniken gebracht werden. Der Übertragungsweg von Infektionen durch Iridoviren bei Reptilien ist unbekannt, das Vorkommen von Viren-Partikeln in zirkulierenden Blutzellen legt die Vermutung nahe, dass das Virus durch Blut saugende Parasiten übertragen werden könnte. Die Diagnose des Iridovirus wird derzeit durch Polymerase-Kettenreaktion (PCR) gesichert. Die Proben sollten von Gewebe mit hoher Virusmenge entnommen werden wie Milz, Leber, Mundschleimhaut und Blut. In einigen Fällen war die Behandlung von Iridovirus-Infektionen erfolgreich. Artenschutzprogramme von Schildkröten benötigen für den Erfolg das Einbinden von zahlreichen ökologischen und biologischen Daten wie solche die Habitatqualität, Ernährung, Krankheiten, Reproduktion- und Überlebensraten betreffen. Forschungsprojekte an wildlebenden Tieren sollten häufiger durch klinische Überwachung von Tieren ergänzt werden, die zur tierärztlichen Betreuung in Wildtierzentren, Schutzprojekten und Zoos gebracht werden. Eine Zusammenarbeit von Biologen, Tierärzten, Behörden auf lokaler, Landes- bzw. Bundesebene und der Öffentlichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Eindämmung von Iridovirus-Infektionen bei Schildkröten.

Das englische Original der Vortragszusammenfassung ist hier nachzulesen: http://www.boxturtlesintrouble.org/abstracts.html

Quelle :
http://www.dghtserver.de/foren/showpost.php?p=495931&postcount=2
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